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Höhenflüge in der Online-Redaktion

20140225_Höhenflüge in der Online-RedaktionDer Texter setzte sich an seinen Schreibtisch und ließ den Blick über die vor ihm liegenden Aufgaben wandern. Es waren zahlreiche Themen darunter, die ihm bereits bestens vertraut waren: Da konnte man nichts Neues mehr lernen. Dann fiel sein Blick jedoch auf ein Produkt, das er in diesem Kontext noch nicht so häufig gesehen hatte: Jetpacks!

Er schlug die Firma nach und entdeckte, dass sie in der Tat Jetpacks verkaufte, Kostenpunkt 750.000 Euro pro Stück. Bis jetzt wurde allerdings erst eine Hand voll verkauft. Man war entschlossen, die Internetseite aufzuarbeiten, damit sie mehr potenzielle Kunden einfing. Modellbauer, Jungendliche um die 16 Jahre sowie Liebhaber von Science-Fiction-Filmen wurden als bevorzugte Käuferschicht betrachtet.

Die Suchbegriffe lauteten: Jetpack, Jetpacks, Düsenjet, Düsentrieb, billig fliegen, Raketen, Boba Fett, Rocket Man, private Luftfahrt, und in die Luft gehen. Nun, dachte sich der Texter, das dürfte ja eigentlich recht einfach werden, oder? Sicherlich würde jedermann eine solche Maschine wollen! Was man damit alles machen konnte! 300 Wörter zusammenzubekommen, würde überhaupt kein Problem sein. Der Texter ließ die Fingerknöchel knacken, setzte an und begann zu schreiben.

Wenn Verkehrsstau zum Kreativstau wird

“Könnten Sie auch manchmal in die Luft gehen, weil Sie schon wieder zu spät zur Arbeit gekommen sind?”, begann er, starrte die Zeile eine Weile an und löschte sie wieder. Einige Momente später tippte er “Wünschen Sie sich auch, Sie könnten Verkehrsstaus einfach überspringen?”, blinzelte, und drückte erneut auf die Löschtaste.

Vielleicht wäre es einfacher, den Text mit ein paar technischen Details einzuleiten, dachte der Texter, zum Beispiel mit dem Treibstoff. Was schluckt so ein Ding denn? Ah, Plutoniumstäbchen. Nun denn: „Wer kennt das nicht: Im Keller liegen noch zwei, drei Kilo Plutonium rum, und keiner weiß, wohin mit dem Zeug. Nun, jetzt gibt es…” Weiter kam der Texter nicht, bevor sich sein Zeigefinger selbstständig machte und das Geschriebene ausradierte.

Die rettende Idee?

Er grübelte eine Weile, dann kam ihm die rettende Idee: Wenn man ein neues Auto kaufte, tat man dies ja nicht, um schneller zur Arbeit zu kommen, nicht wahr? Nein, man wollte den Nachbarn neidisch machen – und natürlich alle anderen Menschen, denen man begegnete. Das war der perfekte Aufhänger! Seine Finger flogen über die Tastatur und schrieben: „Stellen Sie sich vor, Sie sind im deutschen Luftraum unterwegs. Plötzlich läuft Ihnen Ihr Nachbar über den Weg und staunt: Was hat der denn da für ein heißes Gerät auf dem…”

Nachdem er auch diese Zeile vernichtet hatte, starrte der Texter ratlos in die grausam weißen Tiefen seines Bildschirms. Vielleicht brauchte er einfach mal Urlaub.

Urlaub, das war’s! Mit dem Teil konnte man doch sicherlich erstklassige Ferien verbringen! „Nehmen Sie die Familie mit!”, schrieb er. „Auf geht’s in die Stratosphäre für ein gemütliches Picknick mit…” – Löschtaste. „Nach nur wenigen Flugstunden über dem Atlantik sind Sie schon in Florida und…” – Löschtaste. „So romantisch kann es nur im Inneren einer Cumuluswolke…” – Löschtaste.” Sie könnten bei Wespen in die Luft gehen? Versuchen Sie Ihr Glück mal mit einer Boeing!” – Löschtaste.

Jetpack bis zum Haare raufen

Der Texter begann sich die Haare zu raufen. Es konnte doch nicht so schwer sein, so etwas wie ein Jetpack anzupreisen! Doch unglücklicherweise schien das Ding kaum alltägliche Anwendungsmöglichkeiten zu haben. Sicher könnte man damit zur Arbeit fliegen, aber dann würde der Job nur noch langweiliger erscheinen, nicht wahr? Und natürlich könnte man wild durch die Luft kreuzen, aber was täte man gegen die Insekten, die man mit dem Gesicht aufsammelte? Und wer garantierte einem, dass einen die Bundeswehr nicht zu Zielübungen heranziehen würde? Fliegen klang allmählich gar nicht mehr so attraktiv…

Der Texter blickte für eine Weile in den Monitor, dann begannen sich seine Finger zu bewegen. „Sie könnten glatt in die Luft gehen: Ihr Nachbar versucht schon wieder, Ihren Neid mit einem neuen Auto zu erregen! Jetzt können Sie ihm ein Geschenk machen, bei dem garantiert ist, dass Sie ihn so schnell nicht wiedersehen …”

Es war ein Anfang.

Euer Sascha

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Über den Autor

Sascha
Sascha las Milchkartons, bevor er richtig gehen konnte. Die Qualität seiner Lektüre hat sich seither etwas verbessert, und schon bald schrieb er selbst. Da kein Mensch seine Handschrift entziffern konnte, brachte ihn niemand von dem Weg ab, der ihn schließlich zur Philipps-Universität in Marburg führte. Dort lernte er, dass es andere Textmedien als Milchkartons gab und dass manche Autoren berühmt geworden sind, ohne Pasteurisierung oder Kalzium zu erwähnen. Nach dem Studium ging er zur OMSAG, um SEO-Inhalte zu verfassen. Saschas Bücherregal enthält keine Milchkartons, aber viel Fantasy, Science-Fiction und Ratgeber zur Erstellung von Autorenbeschreibungen. Wenn er all dem entkommen möchte, schwingt er sich aufs Fahrrad und radelt ins Grüne, wo die Kühe grasen.

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  • Michael Marheine 14.03.2014, 8:59 Uhr

    Schön geschrieben! Ich sehe das auch oft bei meinen Kunden bzw. Personen, die mir Nischen als besonders relevant und umsatzstark anpreisen wollen … gar ihr Business auf solche gut klingenden und total interessanten Ideen aufbauen versuchen!
    Man muss immer erst sehen, wen das denn genauso brennend interessieren könnte, wie mich selbst als Anbieter. Ich will ja nicht mein bester Kunde sein, oder!? Es geht immer darum, jemandem eine wirkliche Hilfe und Problemlösung zu geben mit seiner Dienstleistung oder seinem Produkt. Wenn der “Schmerz”, das Problem beim potenziellen Kunden nicht ausgeprägt ist, nicht nach einer wirklichen Lösung schreit, dann braucht man nicht weiter nachzudenken. Bei solchen Preisen dann zudem, muss einfach ein kaufwilliges und kaufkräftiges Klientel dahinter stehen.
    Oder man eröffnet sich einen Markt, in dem man dieses Produkt völlig anders einsetzt, als man das landläufig gedacht hätte. Da kommt dann aber immer das Problem hinzu, dass ich den Markt erst vorbereiten muss. Keiner kauft beim 1 Mal … selbst das Smartphone hatte 7-10 Jahre gebraucht, bis jeder Handyhasser nun doch selbst eines in der Tasche hatte … und tatsächlich selber in der U-Bahn telefoniert, was ihn vorher einige Jahre zur Weissglut brachte, wenn es andere taten …

    Eine Nische ist erst eine Nische, wenn se Käufer findet. Die Sache mit dem Angebot regelt Nachfrage – und andersrum!

    der Michael

  • Sascha 07.04.2014, 11:31 Uhr

    Ich denke, da hast du recht, Michael. Wer bei der Etablierung einer neuen Businessidee grundsätzlich darauf setzt, dass der Käufer davon ebenso begeistert sein wird wie man selbst, muss möglicherweise schwere Rückschläge in Kauf nehmen. Dann wiederum besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass sich die Leute allmählich für das Produkt erwärmen. In jedem Fall danke ich dir für deinen Kommentar!