Gastbeitrag: Eigene Domain vs. Facebook-Fanpage mit Vanity-URL - Online Marketing Solutions AG

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Gastbeitrag: Eigene Domain vs. Facebook-Fanpage mit Vanity-URL

Muss ein Unternehmen eine eigene Domain betreiben, um im Internet präsent zu sein, oder reicht eine Social Media-Präsenz, z. B. eine Facebook-Fanpage mit Vanity-URL, für das Business vollkommen aus? Eine Rückblende soll das Thema anhand aktueller Zahlen und Trends unter dem Blickwinkel der mobilen Internet- und Social Media-Nutzung beleuchten.

Ein Rückblick

Im Jahr 2010 gab es schon einmal eine größere Welle, die dieses Thema geschlagen hat. Inzwischen sind knapp 3 Jahre vergangen und man kann auf diese Fragestellung mit verändertem Blickwinkel schauen. Hierzu soll jedoch zunächst ein Rückblick aufzeigen, was bisher geschah:

Im Juli 2010 entschied die Egmont Holding GmbH, die Internetpräsenz des Männermagazins FHM (For Him Magazine) abzuschalten und keine weiteren Inhalte online zu präsentieren. Begründet wurde diese Entscheidung mit dem geringen Nutzen für die Leser, die hauptsächlich über den Social Media-Kanal (Facebook) mit der Redaktion des Magazins interagierten. So blieb die Facebook-Fanpage bestehen, während die Portalseite aus wirtschaftlichen Gründen nach etwa einer Dekade Betrieb abgeschaltet wurde. Ein gewagter Schritt, der zum damaligen Zeitpunkt heftig und kontrovers diskutiert wurde. Doch war dieses Wagnis tatsächlich so verwegen?

Die Entwicklung von Social Media, insbesondere Facebook

Social Media sind zur heutigen Zeit besonders im Zuge der breiten Akzeptanz mobiler Internetnutzung zur Selbstverständlichkeit geworden. Hierbei hat sich Facebook gegenüber Wettbewerbern wie beispielsweise meinVZ.net und wer-kennt-wen.de durchsetzen können. Viele User sind aus diesen oder anderen populären Netzwerken zugewandert und haben ihre alten Profile entweder nicht weiter gepflegt oder gelöscht. Der Trend hin zu Facebook hat sich fortgesetzt – dies trotz wiederholter Meldungen zu Datenschutzpannen und Hacker-Angriffen.

Statistik_FB_vs_Domains

Anzahl angemeldeter Facebook-User und Domainentwicklung, Stand: März 2013

Mobile Internetnutzung

Zwar flacht der Hype allmählich ab, einige kleinere Einbrüche aufgrund von Änderungen am Code sind auch hin und wieder wahrnehmbar, aber insgesamt ist der Siegeszug von Facebook als Social Network nicht zu übersehen. Neben anderen Größen der Social Media-Landschaft wie Twitter und Google+ hat Facebook seine Position gefestigt.

Unterstrichen wurde diese Positionierung durch den Wandel der Internetnutzung hin zu mobilen Endgeräten durch den Smartphone-Boom. In einer Forsa-Studie wurden anhand einer Befragung von 1.615 mobilen Internetnutzern mit Smartphone bereits 2012 folgende Zahlen erhoben:

Statistik_mobiles_Internet

Der Anteil der mobilen Internetnutzung wächst zunehmend, Stand: März 2013

Die Nutzungsmöglichkeiten des mobilen Internets sind sehr vielseitig. Nachrichten werden beispielsweise aus erster Hand per Twitter übertragen und sind durch mobile Push-Dienste oft sogar vorzeitig der breiten Masse bekannt, bevor sie in Broadcasting-Medien wie dem TV oder Radio ausgestrahlt werden. Unterstützt werden Tweets heute durch kurze Vine-Videosequenzen, in denen eine Situation auch über Bewegtbilder optimal umrissen werden kann. Auch Facebook hat mit Video on Instagram eine Möglichkeit eingeführt, Videobeiträge zu veröffentlichen.

Fotoaufnahmen werden inzwischen nicht nur mit Geodaten, Shopping- und Restaurant-Empfehlungen sowie abrufbaren Ratings für deren Entstehungsorte in Blogposts und Einträgen in sozialen Netzwerken verbreitet. Ein glasklarer Audiokommentar gehört inzwischen ebenfalls zur Etikette. Hinzu kommt die wachsende Anzahl hochqualitativer Smartphone-Apps zur Bildbearbeitung oder Integration von Text- und Bildeffekten.

Auch das TV wird „social“ – Abstimmungen und Diskussionen über das Fernsehprogramm und die Schauspieler, aber auch zu Sensationen und Katastrophen sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität. Sie flimmern mittlerweile per Live-Stream über das Smart-TV in die Wohnzimmer: USB- und Internetanschluss, integrierte hochauflösende Webcam, 3D-Erlebnis ohne Zusatzhardware auf einem Ultra HD Panel, Gestensteuerung und ein unerschöpfliches Repertoire an Apps, die aktuell auch die TV-Landschaft erobern. Wen wundert es da, dass Social-TV gerade einen neuen Hype darstellt und über den Second Screen oft auch direkt mit Facebook verbunden ist?!

Die mobile Internetnutzung hat Facebook als Plattform für die Selbstdarstellung definitiv attraktiver gemacht und inzwischen als omnipräsenten Kanal etabliert, der von nahezu allen Unternehmen mehr oder weniger ausgeprägt verwendet wird, um vor allem die eigene Markenbekanntheit zu steigern und neue Fans und damit Empfehlungsmultiplikatoren zu sammeln.

Pro und Contra

Aber bedeutet Omnipräsenz in diesem Zusammenhang auch Omnipotenz? Was kann Facebook leisten und was nicht?

Die Social Media-Komponente ist ganz klar ein Vorteil von Facebook gegenüber einer herkömmlichen Internetpräsenz, wenn man plant, mit den Nutzern in den Dialog zu treten. Der Betrieb einer eigenen Domain sowie Kosten für Pflege und Wartung entfallen ebenfalls bei ausschließlicher Nutzung der Social Media-Plattform.

Unabhängig ist man jedoch nicht wirklich. Die Betreiber einer Social Media-Plattform können nach wie vor den Dienst einstellen, sei es aus einer Businessentscheidung heraus oder gezwungenermaßen, z.B. durch eine Insolvenz. Änderungen der AGB können Folgen auf die Veröffentlichung von Inhalten haben oder die Dienste zu kostenpflichtigen Angeboten wandeln. Je positiver die Fangemeinde hierbei gestimmt ist, desto schwieriger wäre es, die kostenpflichtige Nutzung abzulehnen. Künftig eingeführte Preisstaffeln pro Anzahl der Fans würden für die Betreiber von Fanpages demnach ggf. zu einer sehr kostspieligen, aber unabdingbaren Business-Komponente. Auch das Tracking des Userverhaltens gestaltet sich nach wie vor kompliziert. Einen weiteren Einfluss hat der Aspekt des Markenrechts, der ebenfalls eher zur eigenen Domain tendieren lässt.

domainsvsfacebook

Datenspionage, Identitätsdiebstahl, Reputationskiller und Cybercrime im Internet – auch Sicherheitsaspekte sollten in die Überlegung zur Auswahl der richtigen Plattform mit einfließen.

Fazit

Die Frage, ob man besser mit der eigenen Domain präsent ist oder die Fans in diversen Social Media-Kanälen um sich schart, ist also immer noch nicht einfach zu beantworten. Insgesamt sollte man sehr genau abwägen, was genau der Nutzen der jeweiligen Plattform ist und was man damit erreichen möchte. Gerade ein Verlag hat sicher die richtige Wahl getroffen, wenn er sein Produkt (das Magazin), welches ohnehin in Offline-Form vorliegt, nicht weiter über eine eigene Internetpräsenz bewirbt. Die Kosten des eigenen Internetauftritts stehen keinem Mehrnutzen für die Leser gegenüber. Liegt der Schwerpunkt daher in der Interaktion mit der Fangemeinde, kann man durchaus in Betracht ziehen, ohne eigene Website aufzutreten. Hat der User allerdings einen Mehrnutzen oder geht es darum, die Bekanntheit der Marke zu verbessern, z.B. über FAQ, Supportformulare, downloadbare Dokumente etc., ist eine Domain weiterhin die geeignetere Plattform.

Quellen:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/70189/umfrage/nutzer-von-facebook-in-deutschland-seit-2009/ http://de.statista.com/statistik/daten/studie/197383/umfrage/mobile-internetnutzung-ueber-handy-in-deutschland/
https://www.secure.denic.de/hintergrund/statistiken.html

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Über den Autor

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  • Andreas 15.07.2013, 11:53 Uhr

    Vielleicht sollte man hier auch erwähnen, dass man nach Aufruf von fhm.de auf prosieben.de weitergeleitet wird.

    Gruß
    Andreas

  • Justina 06.08.2013, 10:26 Uhr

    Ich ziehe eine “eigene” Webseite in den aller meisten Fällen vor.

  • Maritus 29.08.2013, 12:10 Uhr

    Vielen Dank fürs teilen!

    Ich Frage mich nur, ob es wirklich ein vs. sein muss? Viele Firmen integrieren meist beide Varianten zu einer Onlinepräsenz. Allerdings stellt sich natürlich auch hier die frage nach dem Nutzen/Aufwand-Verhältnis. Das Fazit hier, hat mich definitiv zum nachdenken bewegt..

  • Dominik Horn 31.08.2013, 17:31 Uhr

    Maxim (das Männermagazin) hatte damals ja seine Website eingestellt und war nur noch auf Facebook im Web zu finden. Ein mutiger Schritt wie ich finde – aber falsch.

    Hauptgrund, warum ich so denke, ist der, dass man mit einer echten Website mehr Möglichkeiten hat, seine Sichtbarkeit und Auffindbarkeit, vor allem natürlich über Suchmaschinen, zu steigern und zu optimieren. Bei Facebook ist man da natürlich eingeschränkt.
    Meiner Meinung nach, ohne Erfahrungen zu haben, kann die Viralität von Beiträgen das nicth ausgleichen.

    Heute noch auf Facebook (oder Google+) zu verzichten ist aber natürlich auch fatal. Deshalb sollten sowohl soziale Kanäle als auch die eigene Website gepflegt werden.