Pokémon Go: Eine Hype-App am Ende?

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Pokémon Go: App-Screenshot und Pokémon-Collage

Pokémon Go: Eine Hype-App am Ende?

Die Sommerferien sind vorbei: Die Kids drücken wieder die Schulbank und für die Eltern beginnt wieder der gewohnte Rhythmus. Wie viel Platz behält da die Hype-App Pokémon Go im Alltag, deren Download-Zahlen ja auch in Deutschland pünktlich zum Ferienbeginn durch die Decke geschossen sind? Und könnte Augmented Reality (AR) für Pokémon Go und ähnliche, zukünftige Formate DAS Erfolgs-Zünglein an der Waage werden? Hier erfahrt ihr unsere Einschätzungen zu dem Thema.

“Kommende Updates könnten Pokémon Go erneut pushen“

Stefan, Leiter unseres SEO-Teams für Großkundenprojekte:

Bild Stefan Schäfer, Leitung SEO Key Account

Meiner Einschätzung nach hat Pokémon Go den anfänglichen Hype hinter sich gelassen. Nur noch wahre Fans widmen sich dem Thema, vor allem den Poké-Events. Die Marketing-Strategie hinter der App, Poké-Stops zu verkaufen usw., wird dem Ganzen wahrscheinlich keinen weiteren Schub mehr geben. Meine Vermutung: Kommende Updates könnten Pokémon Go erneut pushen. Aber nur wenn es dem Entwicklerstudio gelingt, die Anwendung auf eine sozial interaktivere Plattform zu heben, so dass sich Spieler treffen, gegeneinander kämpfen und außerdem Items und Pokémons tauschen können.

Pokémon Go erfüllt aber für mich nicht das, was ich unter Augmented Realitiy verstehe. AR erkennt Objekte oder Hindernisse im Raum und lässt die Software entsprechend reagieren. Bei Pokémon Go ist das eher ein gefaktes Camera Mod. Aber mit der HoloLens von Microsoft wird Augmented Reality in jedem Fall kommen! Tolles Ding!

 

“Das Format hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen“

Blanka, Leiterin unserer Social Media-Abteilung:

Aus meiner Sicht ist der Mega-Hype tatsächlich vorbei. Das war auch zu erwarten – es ist letztlich einfach nur ein Spiel. Aber das Format hat sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich kann mir vorstellen, dass sich auch andere Online-Plattformen in Kürze etwas Ähnliches einfallen lassen werden. Augmented Reality ist ja eigentlich kein Bild Blanka Szczebak, Leitung des Teams für Social Media Marketingneues Phänomen. Ich erinnere nur an Google Glass in 2012! Aber mit Pokémon Go hat es die Massen(-Medien) erreicht, und die Leute haben festgestellt: Es macht Spaß und ist nicht einfach nur eine abgehobene Technologie. Und das heißt, dass sich nun auch Unternehmen verstärkt überlegen, wie sie an diese Aufmerksamkeit herankommen.

Aber Ideen, die auf Augmented Reality basieren, bieten nicht nur Aufmerksamkeit und den Coolness-Faktor. Sie bieten auch eine außergewöhnliche Möglichkeit, orts- oder situationsgebundene Werbung zu schalten. Ich denke, das ist der eigentliche (Langzeit-)Trend. AR ist nur eine von verschiedenen Möglichkeiten, an dieses Bedürfnis von Unternehmen & Konsumenten heranzukommen.

“Pokémon GO ist ein Seismograph für heutige Marketing-Möglichkeiten“

Carsten, Teamleiter unseres SEO Offsite Teams:

Man muss kein Fortune-500-Unternehmen oder Fast-Food-Imperium sein, um mit AR-Spielen und -Apps die Lücke zwischen dem digitalen Verbraucherverhalten und dem physikalischen Geschäft zu überbrücken. Wie bei Foursquare und Facebook können auch Klein-Unternehmen mit wenig Budget neue Besucher werben bzw. belohnen, die Pokémon Go nutzen. Ein Pizza-Shop-Betreiber in New York bezahlte zum Beispiel bescheidene zehn US-Dollar für Lockmodule, um vorübergehend ein Dutzend der imaginären Figuren in sein Restaurant zu “locken“: Der Umsatz stieg sprunghaft an, als daraufhin Spieler auf Pokémon-Jagd in die Pizzeria kamen – ganz nach dem Prinzip “Gotta catch ’em all”.

Bild Carsten Schuwerack, Leitung SEO-OffsiteDiese Vermischung der digitalen und physischen Welten steht im Zentrum dessen, was man auch die DigiCal-Erfahrung nennt. Ob ein internetfähiges Thermostat fürs Smart Home oder Disneys “MyMagic+”-System für ein intensiveres Familienerlebnis: Führende Unternehmen nutzen eine Kombination aus Mathematik und Marketing-Magie, um ihre Kunden zu verzaubern. Die digitalen Daten dienen dann dazu, die reale Kundenerfahrung mit der Marke kontinuierlich zu verbessern – oder umgekehrt. Bestimmte Kundenführungswege im Online-Shop auf Basis des letzten In-Store-Besuchs sind dafür ein Beispiel. Oder wie wäre es mit einer Lebensmittel-App, die Kunden via Handy auf einer festen Route durchs Geschäft führt, um schnell alle Zutaten zu ausgewählten Rezepten zu finden?

“Pokémon Go spielt mit den nostalgischen Erinnerungen der Verbraucher”

Hinter dieser “Magie” verbergen sich immaterielle Qualitäten. Diese wecken bei den Verbrauchern Emotionen und machen ein Produkt “verlockend“. Die Magie von Pokémon Go ist dabei besonders genial. Niantic Labs, die an der App-Entwicklung beteiligt waren, starteten bereits vor fast vier Jahren ein ähnliches Augmented-Reality-Spiel namens “Ingress“. Allerdings gelangte es nie aus dem Bereich des Nischen-Gamings hinaus. Pokémon Go, auf der anderen Seite, spielt vor allem mit den nostalgischen Erinnerungen der Verbraucher an die Spiele, Karten und Spielzeuge aus den 90ern. Die App ist wie ein Seismograph für unsere heutigen Marketing-Möglichkeiten.

Eine wahrhaft magische Gelegenheit: Gepaart mit dem geschickten Einsatz von Algorithmen und Daten liegt in den genannten Potenzialen wie der Pokémon-Go-Nostalgie die Chance auf eine DigiCal-Erfahrung, die den Kunden im Gedächtnis bleibt. Jeder Handelsbereich kann jetzt davon profitieren – einige Branchen mehr, einige weniger. Zum gewünschten Ergebnis führt aber allein der unerbittliche Zyklus aus Tests, Learnings und Anpassungen, der so vielen Unternehmen bereits zum Erfolg verholfen hat.

Augmented Reality: Die Spielwiese ist eröffnet

Werfen wir doch mal einen Blick auf die User-Zahlen: 93 Prozent der Deutschen, die Pokémon Go installiert haben, haben die App laut W&V-Verlag in den vergangenen Wochen auch noch genutzt. Das sind immerhin 7,1 Millionen Menschen. Ein Drittel davon soll zudem über 35 Jahre alt sein. Neben Kids, die sich ihre Pausenzeit auf dem Schulhof vertreiben, sind unter den Usern also durchaus kaufkräftigere Zielgruppen zu finden: Das ist für Nintendo wirtschaftlich natürlich super interessant, wenn es zum Beispiel um In-App-Käufe geht. Ich schließe mich aber der Prognose an, dass es die App ohne stetige Erweiterungen, die vor allem die Interaktion zwischen den Usern verstärkt, längerfristig schwer haben wird: Denn sonst wird es irgendwann einfach langweilig, sämtliche Pokémon sind schon zum zehnten Mal gefangen und es fehlt an Spannung, Herausforderung und Witz.

Pokémon Go-Hype: Augmented Reality-Spielwiese

Diejenigen, die Pokémon Go von Beginn an ungläubig beäugt haben, finden vermutlich nach wie vor nichts an all dem Hype. Mich persönlich hat er auch nicht erreicht. Aber es gibt sicher andere Bereiche oder Themen, die mir in einem solchen Format richtig Spaß machen würden und mir den Download wert wären. Der per App geführte “Rezept-Rundgang“ im Supermarkt könnte beispielsweise solch ein Format sein – coole Idee!

Pokémon Go sollte Unternehmern in jedem Fall signalisieren, dass das Thema mobile und  unterhaltsame Kundenansprache auf ihre Marketing-To-do-Liste gehört. Auch wenn das eine steigende technische und organisatorische Komplexität mit sich bringt. Ich bin gespannt, welche Marken hier als nächstes nachziehen werden, um von Augmented Reality zu profitieren und die Kunden-Marken-Beziehung auf kreative Weise zu intensivieren: Die Spielwiese ist eröffnet.

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Über den Autor

Annika
Annika ist Redakteurin für die interne und externe Unternehmenskommunikation der OMSAG. Im Januar 2014 begann sie als Trainee für Public Relations. Seit Anfang 2016 ist sie als “Referentin Unternehmenskommunikation“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Sie schreibt gerne über Neuigkeiten aus dem Unternehmen, Events und weitere Themen rund um Online-Marketing.

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