Fußball-Bundesliga: Social Media bald für TV-Gelder relevant?

Wir nutzen Cookies & das Facebook Besucheraktions-Pixel für statistische Zwecke. Einverständnis bestätigen: OK

Mehr Infos: Datenschutzbestimmungen

Google Adwords Premier Google Partner Badge
OMSAG-Blog: Team Marktwert stößt Veränderung in Fußball-Bundesliga an

Bringt “Team Marktwert“ den Social Media-Erfolgsfaktor in die BuLi?

In wenigen Monaten beginnt die Fußball-Europameisterschaft – doch für deutsche Fans des Rasensports dürfte auch dieses Thema aktuell brandheiß sein: In der Fußball-Bundesliga könnte Erfolg neu definiert werden, zumindest wenn es um die Verteilung der TV-Gelder an die Vereine geht. Soziale Medien sind daran nicht ganz unbeteiligt.

“Team Marktwert“ – Koalition der Traditionsvereine

Zum Hintergrund: Sechs Traditionsklubs der Fußball-Bundesliga haben sich zusammengeschlossen: Als “Team Marktwert“ wollen sie die bisher geltenden Standards zur Verteilung der TV-Gelder an die Vereine anfechten. Was vom Namen her nach einer schlechten Neuauflage von “TKKG“, “Die drei ???“ oder “Fünf Freunde“ klingt (und vielleicht auch das Zeug zum April-Scherz gehabt hätte), ist ernst gemeint. Bislang ist, abgesehen von einem einheitlichen Sockelbetrag, nur der sportliche Erfolg, d. h. die Tabellenposition der vergangenen fünf Jahre für die Verteilung der Fernsehgelder entscheidend. Wenn es nach einigen Traditionsklubs geht, soll sich das ändern.

Denn die finden es weder fair noch zeitgemäß, dass allein Tabellenpunkte über die Bewertung entscheiden. “Die“ – das sind die Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, der VfB Stuttgart, der Hamburger SV sowie der 1. FC Köln und Hertha BSC. Erklärtes Ziel von “Team Marktwert“: weitere objektive Faktoren zur Bemessung der Verein-Marktwerte aufstellen und so neue Grundlagen zur gerechteren TV-Geld-Verteilung schaffen.

Die neuen Vergabekriterien

In der Pressemitteilung, die die sechs Vereine gestern gemeinsam herausgegeben haben, erklären sie:

„Dieser Marktwert kann sich aus objektiven Kennzahlen wie Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media errechnen. So sollte beispielsweise eine große, leidenschaftliche Fangemeinde als Wert im TV-Ranking Berücksichtigung finden – denn sie führt zu höheren Einschaltquoten und einer größeren Wahrnehmung der Gesamtmarke Bundesliga in der Öffentlichkeit.“

Fan-Base, Social Media-Interaktionsraten – und das in einem Atemzug mit “höhere Einschaltquoten“ und “größere Wahrnehmen der Bundesliga“. Social Media ist im deutschen Fußball angekommen – wenn es nach den Traditionsvereinen geht.

VfB Stuttgart-Präsident Bernd Wahler betont in der Mitteilung nochmal:

“‘Wer den Wert eines Produktes steigert, weil er viel mehr Fans und Anhänger hat – der sollte bei der Verteilung der Einnahmen auch entsprechend berücksichtigt werden. Alles andere wäre ungerecht.‘“

Die Ankündigung des SV Werder Bremen am Mittwoch auf Instagram:

Instagram-Post vom SV Werder Bremen zu "Team Marktwert"

„Tradition verbindet bekanntlich, auch in der Bundesliga ist das der Fall.“ – der SV Werder Bremen auf Instagram.

Bis nach Saisonende will das Bündnis nun konkrete Kriterien erarbeiten. Sollte sich dieser neue Kriterienkatalog durchsetzen, dürfte der Begriff einer kleinen Bundesliga-Revolution sicher erlaubt sein. Dass auch die Aktivität und Beliebtheit von Bundesligisten in Sozialen Netzwerken zu ihrem Markwert beitragen könnten, hätten Fußball-Präsidenten vor einigen Jahren sicher für einen Scherz gehalten. Jetzt liefern sie selbst den Anstoß. Ob das bei allen für Beifallstürme sorgt?

Und das sagt das Netz zu “Team Marktwert“

Gut, nicht alle Vereine – wie z. B. der VfL Wolfsburg – reagieren mit Begeisterung auf den Vorstoß von “Team Marktwert“. Die in der Tabelle hochrangig Platzierten dürften im Grunde auch wenig Anlass dazu sehen. Aber was sagen eigentlich Fans und andere User im Web dazu – schließlich spielen auch sie in der aktuellen Diskussion eine wesentliche Rolle? Ein Blick zum Bespiel auf Twitter gibt Aufschluss:

@Klartext89:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - klartext89

 

@DudiOhneAlles:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - DudiOhneAlles

 

@HSVFabi:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - HSVFabi

 

@nedfuller:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - nedfuller

 

@FSinns:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - @FSinns

 

@aina_93:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - @aina_93

 

@fluchtplan:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - fluchtplan

 

@torhamster04:

Fußball-Bundesliga: Statement zu "Team Marktwert" - torhamster04

 

Die Stimmen sind wie zu erwarten gemischt: von kritisch über anerkennend bis hin zu spöttisch (Beispiel “Team Misswirtschaft“). Die einen halten das Ganze für Quatsch, für an den Haaren herbeigezogen und für Geldeintreiberei. Die anderen schlagen sich auf die Seite von “Bündnis Marktwert/Die Traditionsvereine“, die die Bundesliga-Tabelle in Allein-Betrachtung als Marktwert-Preller sehen. Klar, sicher ist der Vorstoß dieser Klubs eigennützig und käme wohl auch manchen Zweitligisten zu Gute. Dennoch ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass Fußball-Vereine heute wesentlich mehr sind als reine Sport-Vereinigungen.

DFB-Spekulatius im EM-Frühherbst

Wer kritisiert, dass Fußball nicht zu einer Show mutieren dürfe, tut gerade so, als wäre der ganze Marketing-Zinnober um den eigentlichen Fußball herum noch nicht existent. Nicht ohne Grund ziehen vor allem die Europa- und Weltmeisterschaft im Fußball so viel Aufmerksamkeit auf sich – es geht eben auch um das gesamte Erlebnis drum herum. In den ersten Läden hängen bereits ganze Wände voll mit Deutschland-Fan-Artikeln: DFB-Spekulatius im EM-Frühherbst. Schon zwei Monate vor Beginn der Europameisterschaft dürfen wir uns mit schwarz-rot-goldenem Klimbim schmücken oder zumindest schon mal damit versorgen. Es ist doch nicht “Team Marktwert“, das die Vermarktungs-Maschinerie im deutschen Fußball erst auf den Plan ruft.

Sei’s drum, Reichweite beispielsweise ist ein wesentlicher Erfolgsindikator: im Print-Bereich, im Radio und eben auch im Internet und Fernsehen. Das vor allem die zuletzt Genannten zunehmend verschmelzen und eine hohe Online-Aufmerksamkeit wegen des sich wandelnden Nutzerverhaltens immer wichtiger wird, ist auch kein Geheimnis. Das haben viele Vereine und ihre Spieler längst erkannt und führen z. B. eigene Profile in sämtlichen Sozialen Netzwerken.

Ihre Social Media-Relevanz bzw. TV-Einschaltquoten zur Marktwert-Betrachtung nicht komplett außen vor zu lassen, hat darum meines Erachtens durchaus Diskussionsberechtigung. Interessant wird in jedem Fall, wie die Vergabe-Kriterien lauten und im Detail bemessen werden sollen. Eine Art (Marktwert)-Algorithmus, der mehrere Faktoren verschieden stark gewichtet? … das kennen wir doch irgendwo her. 😉

Ihr seid nun gefragt: Was haltet ihr von dem Bündnis und der Idee hinter “Team Marktwert“?

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Über den Autor

Annika
Annika ist Redakteurin für die interne und externe Unternehmenskommunikation der OMSAG. Im Januar 2014 begann sie als Trainee für Public Relations. Seit Anfang 2016 ist sie als “Referentin Unternehmenskommunikation“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Sie schreibt gerne über Neuigkeiten aus dem Unternehmen, Events und weitere Themen rund um Online-Marketing.

Hinterlasse einen Kommentar

  • Markus Fritzsche 01.04.2016, 22:08 Uhr

    Der Ansatz des „Team Marktwert“ ist meiner Meinung nach überfällig. Wie sagt der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, die ja auch dem Team Marktwert angehören: „Die Schere zwischen oben und unten klafft immer weiter auseinander!“. Mit dieser Aussage hat er Recht. natürlich werden Vereine benötigt, die die Bundesliga im internationalen Geschäft vertreten, aber viele andere Vereine haben durch die jetzige Geldverteilung einen erheblichen Nachteil. Zurzeit ist die Geldverteilung des TV-Rankings zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga 80:20 pro Bundesliga. In der aktuellen Verteilung dienen die letzten fünf Saisonendplatzierungen, die entsprechend bewertet werden, also aktuelle Saisonplatzierung*5, Vorjahr*4, etc. Vereine wie der VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim, Bayer 04 Leverkusen und auch RB Leipzig werden durch Konzerne oder Mäzene unterstützt. Hier herrscht ein sehr großes Ungleichgewicht. Genau aus diesem Grund ist die Gründung des Teams Marktwert die richtige Entscheidung. Die sozialen Medien, die Fanbase, die Anzahl der Auswärtsfans und viele Punkte mehr sollten mit in die Bewertung und Berechnung der TV-Gelder einfließen. Wenn man daran denkt, dass ein Verein wie der VfL Wolfsburg an einem Mittwochabend gerademal 57 Fans mit nach Frankfurt bringt, dafür aber ein Verein wie der Hamburger SV, oder Hertha BSC an den gleichen Tagen mehrere Tausend Fans mit auf die Reise nimmt, spricht das Bände und sollte honoriert werden. Es wird auch Rückschläge für das Team Marktwert geben, aber ich hoffe, dass die Vereine hier hart bleiben und an ihren Forderungen nach einer anderen Verteilung festhalten.

    • Annika 13.04.2016, 9:01 Uhr

      Hi Markus,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Sogar einige „Team Marktwert“-Kritiker wie der Mainzer Manager Christian Heidel sind einer Bundesliga-Reform ggü. ja nicht grundsätzlich abgeneigt; auch wenn sie an den bislang in den Raum geworfenen Kriterien ihre Zweifel haben mögen. Heidel spricht z. B. davon, im Reform-Fall aber auch wirtschaftliche Faktoren der Vereine mit einzubeziehen.

      Zum VfL Wolfsburg sei auch noch zu sagen, dass Geschäftsführer Klaus Allofs sich bei Sport1-Interview doch ziemlich gelassen zeigte: Den Vorstoß von Team Marktwert finde er nachvollziehbar und sogar “lobenswert“. Das Ganze müsse seiner Meinung nach aber vom der DFL begleitet bzw. “moderiert“ werden (Quelle: sport1.de / http://goo.gl/JLQPTw).

      Natürlich gibt’s auch Kritiker unter Fans und Fußball-Verantwortlichen, die “Team Marktewert“ so gar nichts abgewinnen können. Die Diskussion zeigt denke ich aber, dass die Idee von Neuerungen in der TV-Geldverteilung an sich bei vielen auf Wohlwollen oder zumindest Akzeptanz trifft.

      Schwieriger wird’s wohl bei der Frage, welche Faktoren dafür letztlich relevant und wie stark gewichtet werden sollen. Einen runden Tisch einzuberufen, an dem alle Beteiligten mitdiskutieren können, ist bestimmt ein guter erster, fairer Schritt. Daher würde mich wundern, wenn sich rein gar nichts an der Verteilung ändern sollte.

      Viele Grüße,
      Annika

  • Facebook Media 24.04.2016, 22:01 Uhr

    Ich denke doch das es den werbepartnern um Reichweite und Marken Loyalität gehen wird – Der Gedanke andere KPI´s zu nehmen find ich hier gar nicht so abwägig.