Gastbeitrag: Abmahnfalle für Online-Händler - Button Lösung - Online Marketing Solutions AG

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Gastbeitrag: Abmahnfalle für Online-Händler – Button Lösung

Bereits Anfang März dieses Jahres hatte der Bundestag den „Gesetzesentwurf zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum besseren Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Kostenfallen im elektronischen Geschäftsverkehr und zur Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes“, welcher auch die Einführung der sog. Button Lösung vorsieht, beschlossen.

Inzwischen bleibt Online-Händlern zur Umsetzung der neuen Vorgaben nicht mehr viel Zeit. Die neuen Regelungen müssen bis zum 01.08.2012 umgesetzt werden. Wird nach diesem Stichtag auf der Bestellübersichtsseite ein Button verwendet, der unzulässig beschriftet ist, sind die Folgen drastisch, denn der Kunde kann sich dann darauf berufen, dass schon kein Vertrag mit dem Online-Händler zustande gekommen ist. Im Streitfall muss der Online-Händler beweisen, dass die Bestellsituation im Zeitpunkt der Bestellung bereits den gesetzlichen Anforderungen entsprach.

Prüfstein Button Lösung

Die Button Lösung wird viele Online Händler vor zwei neue Herausforderungen stellen. Zum einen müssen die Bestell-Buttons nun eindeutig und unmissverständlich beschriftet werden. Technisch gesehen ist dies zwar unproblematisch, eine Herausforderung wird sich für Online-Händler jedoch ergeben, wenn die Vermutung so mancher E-Commerce-Experten tatsächlich eintritt und die neue Button-Bezeichnung die Conversion-Rate des Online-Shops und damit auch den Umsatz negativ beeinflussen wird. Die kognitive Hürde auf einen „Kostenplichtig bestellen“-Button zu klicken ist tendenziell höher als bei einem Button ohne ausdrücklichen Hinweis auf die „Kostenpflicht“. Online-Händler sind gefordert, Wege zu finden, um die höhere Absprungrate vor dem Kaufabschluss zu kompensieren. Denn finanzielle Einbußen wollen sie sicher nicht in Kauf nehmen.

Quelle: Händlerbund

Vor technische Herausforderungen werden die Online-Händler hingegen durch die Änderungen gestellt, welche auf der Bestellübersichtsseite notwendig werden. „Unmittelbar bevor der Verbraucher seine Bestellung abgibt“ sind ab 01.08. folgende Informationen „klar und verständlich in hervorgehobener Weise“ darzustellen:

  • die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung,
  • Mindestlaufzeit des Vertrages bei dauernden oder regelmäßig wiederkehrenden Leistungen,
  • Gesamtpreis einschließlich aller Preisbestandteile und Steuern,
  • Liefer- und Versand sowie einen Hinweis auf mögliche weitere Steuern oder Kosten (z.B. Zölle bei Auslandsversand).

Dabei ist es nicht ausreichend diese Informationen über einen Link oder einen Download zur Verfügung zu stellen. Die Informationen müssen zwingend zum Schluss des Bestellvorganges und in räumlicher Nähe zum Button dargestellt werden. Die Informationen müssen für den potentiellen Käufer verständlich sowie klar und einfach zu erkennen sein. Somit sollten sie sich vom übrigen Text in unübersehbarer Weise abheben und keine verwirrenden und ablenkenden Zusätze enthalten. Ebenso müssen die Informationen gleichzeitig („auf einen Blick“) mit dem „Kostenpflicht“-Button dargestellt werden.

Diese Vorgaben werden für Händler jedoch zu einer echten Herausforderung. Befindet sich im Warenkorb eine hohe Anzahl von Produkten oder Produkte mit sehr umfangreichen Produktbeschreibungen, so wird es technisch schwierig zu gewährleisten, dass diese Informationen gleichzeitig mit dem Bestellbutton sichtbar sind.

Da Bestellinformationen nicht unterhalb des Buttons angeordnet sein dürfen, scheidet die mehrfache Positionierung eines Bestellbuttons als Lösungsmöglichkeit  aus.

Drohen ab 01.08. Abmahnungen?

Hat der Online-Händler die Änderungen zur Button Lösung nicht fristgemäß bis 01.08.2012 umgesetzt und den Button entsprechend zulässig beschriftet, drohen drastische Konsequenzen. Der Kunde kann sich dann darauf berufen, dass schon kein wirksamer Kaufvertrag zwischen Händler und dem Kunden zu Stande gekommen ist. Bei Käuferreklamationen und ähnlichem steht der Händler somit auf verlorenem Posten.

Auch ist zu befürchten, dass den Händlern Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände, wegen der Nichteinhaltung von Verbraucherschutzvorschriften drohen, wenn die Vorgaben der Gesetzesänderung nicht entsprechend bis zum Stichtag umgesetzt sind. Aufgrund der Komplexität der Änderungen befürchtet der Händlerbund, größter Onlinehandelsverband Europas, sogar eine der größten Abmahnwellen im Online-Handel überhaupt.

Setzen Sie die Button Lösung rechtzeitig um. Der Händlerbund stellt auf seiner Website www.haendlerbund.de alle notwendigen Informationen in einem Whitepaper bereit.

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Über den Autor

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  • britta bork 13.07.2012, 12:15 Uhr

    hatte die Button Lösung im meinem Shop schon umgesetzt und sie hat es doch geschafft meine Conversion auf null zu setzten. Habe es gleich wieder rückgängig gemacht um keine weiteren Umsatzeinbußen in kauf zu nehmen. Warte jetzt noch mal ab und versuche meine Bestellseite noch zu optimieren, da es so ja gar nicht geht. Ich finde die Lösung einfach schwachsinnig und das ist nur Geldmacherei in meinen Augen…

  • B. S. 17.07.2012, 13:55 Uhr

    In wie fern denn Geldmacherei?

  • Justina 17.07.2012, 16:48 Uhr

    Ich finde die Änderung absolut sinnvoll. Die Käufer wissen genau, wann es zu einer Zahlung kommt.
    Und sobald alle Shops den korrekten Text verwenden wird auch die Nutzerakzeptanz steigen.

    Britta, dir empfehle ich auf deiner Bestellseite offensiv mit dem Thema umzugehen und den Besuchern die Änderung anschaulich zu erklären. So kannst du die Geschichte sicher zu deinem Vorteil nutzen!

  • AdiOnline 20.07.2012, 9:14 Uhr

    Ich denke nicht, dass es sich zwangsläufig negativ auf den Umsatz auswirkt. Vielleicht im ersten Monate, nach einem Monat sollte jeder große Shop das umgesetzt haben und jeder Kunde sollte dann schon entsprechend wissen, wieso das ganze nun etwas anders abläuft.

  • Ein Bürger 21.07.2012, 1:07 Uhr

    OFFENER BRIEF
    #############

    Sehr geehrte Frau Ilse Eigner,

    Man muss sich schon fragen, was Sie als Verbraucherschutzministerin vom
    Internet verstehen ? Und was sie in Anbetracht der beschränkten Kompetenz
    dazu verleitet, einen Warn-Button für Onlineshops als Durchbruch gegen die
    Abofallen und sonstigen Abzocke-Methoden im Netz zu feiern.

    Die “Button-Lösung” ist nichts weiter als eine weitere “Formvorschrift”,
    genauso wie es bereits jetzt eine Formvorschrift über die richtige Art und
    Weise von Preisangaben (PAng) gibt. Das Problem ist nur, dass sich die
    unseriösen Abofallen-Betreiber einfach nicht an diese Vorschriften halten
    und bewusst betrügen und auf Einschüchterung mittels Mahnschreiben setzen.

    Warum sollte eine weitere Formvorschrift (Button-Lösung) die unseriösen
    Abofallen-Betreiber jetzt daran hindern weiterhin zu betrügen ?

    Einen sehr guten Artikel über die Sinnlosig- bzw. sogar Gefährlichkeit
    Ihrer neuen “Button-Lösung” können Sie hier nachlesen: “Problemlösung statt
    Button-Lösung”, siehe unter:

    http://www.rechtsanwaltmoebius.de/publikationen/Buttonloesung-Aufsatz-
    RalfMoebius.pdf

    Anstatt konsequent rechtlich gegen die Abofallenbetreiber vorzugehen und
    sie an der Stelle zu packen, welche am meisten weh tut, nämlich finanziell,
    erfindet man schnell mal eine neue Vorschrift und hofft darauf, dass die
    Abofallenbetreiber jetzt sofort vernünftig werden und nicht mehr betrügen.
    Ich persönlich kann nicht wirklich glauben, dass Sie und Ihre Kollegen
    Politiker wirklich ernsthaft so naiv und blauäugig sind und tatsächlich
    glauben, dass man einem Betrüger Herr wird, indem man neue Gesetze
    herausbringt ?!
    Dies ist ungefähr so, als würde man versuchen Ladendiebstahl dadurch zu
    verhindern, indem man ein Gesetz herausbringt, welches die Ladenbesitzer
    dazu verpflichtet, dass in jedem Laden ein gut sichtbares Schild angebracht
    werden muss, auf welchem steht: “Der Diebstahl von Waren ist ab sofort
    verboten !”

    Wenn allerdings Ihr neues Gesetz ein “Schildbürgerstreich” sein sollte, Hut
    ab, der ist Ihnen dann wirklich gelungen !

  • Armin 21.07.2012, 22:02 Uhr

    Interessant, aber ich finde auch das dies sich nicht lang läufig auf das Geschäft auswirken wird….

  • Dalim 22.07.2012, 22:43 Uhr

    Ich finde den Brief von einem “Bürger” sehr nett. Ich kann über die propagierten Beweggründe auch nur den Kopf schütteln und bekomme Bauchschmerzen, wenn ich mich zu lange mit “unseren Führungspersönlichkeiten” beschäftige.

  • Justina 23.07.2012, 10:18 Uhr

    Es geht schließlich nicht darum, dass die Betrüger sich daran halten, sondern die echten Shops sich wieder von Ihnen abgrenzen und die Käufer zurecht wundern, falls diese neuen Angaben fehlen.

  • Justina 24.07.2012, 13:09 Uhr

    Ich habe zu dem Thema eine interessante Studie gefunden. Das expledio Conerversion Team hat die unterschiedlichen Formulierungen getestet:
    http://www.conversiondoktor.de/shop-optimierung/studie-button-loesung/

  • AdiOnline 24.07.2012, 15:42 Uhr

    Hallo,
    ich wurde von einem Kollegen auf den offenen Brief von Bürger hingewiesen. Naja, ich weiß bei wem ich kaufen kann bzw. dem ich vertrauen kann. Da hilft mir auch nicht wirklich solch ein Button… Ich denke aber, dass es sehr viele Menschen da draußen gibt, die UNBEDINGT solch ein Teil brauchen.

  • Justina 29.08.2012, 13:56 Uhr

    Siehe da: Die Button-Lösung hat nicht geschadet:
    http://onlinemarketing.de/news/button-loesung-hat-nicht-geschadet

  • Mao 27.03.2013, 19:02 Uhr

    Ein Jahr später bleibt die Eindicht, dass es niemandem geschadet hat…